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Uncommon Ground oder: vom Zufall

Alles verändert sich. Mal schnell und mal langsam. Manche Veränderungen lassen sich leicht nachvollziehen, andere bleiben lange oder auch ständig unverständlich. Unsere Zeit wird häufig beschrieben als Übergang, als Herausforderung, die uns mit einer nie dagewesenen Entwicklungsgeschwindigkeit konfrontiert. Wir glauben, dass wir auch heute unsere Strategien der Selbsterfindung verändern können. So wie bereits viele Generationen vor uns. Dass wir wieder Ideale von Gesellschaft und Miteinander finden müssen, die sich mit der Entwicklung unserer Gesellschaft und ihrer Teilhaber gemeinsam transformieren.

Wir teilen den Ort, an dem wir leben. Dieser Ort wird erlebt als Nation, als Kultur, als Staat oder Staatenzusammenhang. Als Stadt oder als Szene, als Community. Innerhalb dieser Situation einigen wir uns auf einige Regeln – und sind ebenso in vielem uneins. In Deutschland, und im Ruhrgebiet vor allen Dingen, koexistieren diverse Ethiken, Moralvorstellungen, Sprachen, Alltagskulturen, Aufenthaltsstatus, Lebenskonzepte, Religionen. Wir sind Viele. Wir brauchen die Freiheit, verschieden zu denken. Es gibt Schnittmengen zwischen den Überzeugungen der anwesenden Bürger*innen, und ebenso viel Ungeteiltes. Unser Boden ist uncommon.

Interkultur Ruhr geht von einer polyzentrischen Geografie zeitgenössischer Kultur aus, die vorherrschende Hegemonien und Deutungshoheiten in Frage stellt, dabei aber nicht in Phantasien von Selbstmarginalisierung verfällt. Ziel des Handelns ist vielmehr ein Ausagieren unterschiedlicher Sichtweisen bei gleichzeitiger Bewusstmachung der eigenen Position sowie die Wertschätzung der Differenz als Wert und eine Diskussion unterschiedlicher Erfahrungen von Mobilität, Heimat, Migration und hiermit verbundener Zuweisungen von sozialem Status.

Mit Interkultur Ruhr wollen wir Schnittmengen erfahren und für Andere sichtbar machen. Deswegen setzen wir uns gezielt dem Zufall aus, vermeiden die Repräsentation und suchen dafür die Begegnung. Die Methode ist, in Anlehnung an Bruno Latour, die des umgedrehten Blicks auf uns selbst als diverse Gesellschaft; einer Ethnografie der Region, in der das Projekt Interkultur Ruhr verortet ist; einer Expedition zu uns selbst. Um einen Eindruck schaffen zu können von der programmatischen Unübersichtlichkeit des Feldes, in dem wir uns bewegen, kooperieren wir mit sehr unterschiedlichen Akteuren auf verschiedenen Ebenen. Das unsystematische Vorgehen ist Programm. Im Unterwegssein ändern sich die Erkenntnisse. Wir nehmen sie mit und verflüssigen uns hinein in die Vielgestaltigkeit unserer Umgebung und der in ihr lebenden Menschen.

Im Zentrum des kuratorischen Handelns steht eine Praxis des Zuhörens, der bewussten Überschreibung von künstlerisch/kuratorischen Formatierungen aus dem System der zeitgenössischen Kunst und der Öffnung für Praktiken, die den rein symbolischen Raum der Kunst überschreiten. Politische Splitterbewegungen stehen neben großen Institutionen, marginalisierte Communities neben einem etablierten Kulturbürgertum – wie im echten Leben. Interkultur Ruhr behauptet das bewundernswerte Nebeneinander, schafft ein Dach für all das und figuriert damit in seiner ersten Ausgabe 2016/17 das, was ist.  

Die Kooperationen, die im Mittelpunkt des ersten Programmzyklus stehen, werden mit regionalen Institutionen und eingeladenen Künstler*innen durchgeführt. Sie entsprechen einer losen Folge von Motiven, die sich im Laufe der Zeit verändern und erweitern.

Text: Johanna-Yasirra Kluhs, Fabian Saavedra-Lara

Übersicht:

 

Heba Amin

Recherche

Portrait Heba Amin

Heba Y. Amin ist Mitbegründerin des Black Athena Collective, Visual Curator des Mizna Journal und eine der Künstler*innen hinter der subversiven Graffiti-Aktion am Set der Fernsehserie "Homeland", die weltweit mediale Aufmerksamkeit erregte. Sie ist Stipendiatin des DAAD, Gewinnerin des Rhizome-Stipendiums und war auf der Shortlist des Artraker Prize. Zahlreiche Ausstellungen fanden statt u.a. in der Kunsthalle Wien, dem Museum für Moderne Kunst Warschau, dem Kunstverein Hamburg, Camera Austria, dem 9. Forum Expanded der Berlin Biennale, der 4. Moskau Biennale für junge Kunst, der 15. WRO Medienkunstbiennale in Polen, der Nationalgalerie der Mongolei und dem Kunstmuseum Gotland, Schweden. Die Künstlerin lebt in Berlin und Kairo. Sie wird vertreten von der Galerie Zilberman, Istanbul/Berlin.

Heba Y. Amin ist eine ägyptische Künstlerin und Wissenschaftlerin. Amins Arbeit basiert auf intensiven Recherchen und einer künstlerischen Praxis, die sich mit den Zusammenhängen von Politik, Technologie und Urbanistik beschäftigt. So untersucht sie beispielsweise in vielen verschiedenen Medien den Einfluss von Infrastrukturen auf die menschliche Psyche anhand verschiedener Verbindungslinien, Störungen und fehlerhafter Erinnerungskulturen. Durch das Verbinden unterschiedlicher Geschichten befragt und rekonfiguriert sie Narrative aus globalen Zonen des Konflikts. Ihr besonderes Interesse gilt Techniken der Subversion und kritischen Raumtaktiken, die bestehende Systeme, Machtverhältnisse und Deutungshoheiten herausfordern.

www.hebaamin.com

 

cobratheater.cobra: Zur Zeit. Oder: High and low (AT)

Recherche

Zeichnung

cobratheater.cobra geht es um Pluralität, Auseinandersetzung, Widersprüche und den Schritt ins Unbekannte und Unverstandene. Die Cobra kommt an kein Ende, sie ist immer auf dem Sprung. cobratheater.cobra ein junges Netzwerk aus Künstler*innen verschiedener Sparten der darstellenden und bildenden Kunst. cobratheater.cobra hat über 40 Mitglieder. Gemeinsam suchen sie in immer wieder neuen Zusammenhängen nach einer differenten Art, Theaterprozesse, Gemeinschaft, Ästhetik und Interdisziplinarität zu entwickeln. Der Zusammenhang wächst stetig weiter und antizipiert so eine unkontrollierte sowohl ästhetische als auch inhaltliche Diversität. Das Netzwerk ist vom digitalen Denken inspiriert und fragt, wie Heterogenität zum Theater führt und in ihm erhalten bleiben kann. Arbeitsweisen und Ästhetiken, derer sich die verschiedenen Gruppierungen namens cobratheater.cobra bedienen, sind nicht festgelegt und bewusst uneindeutig. Vielmehr geht es stets darum wie sich eine Gemeinschaft konstituiert und wieder zerfällt. Welche Gemeinschaft wir im Theater vorfinden? In wie weit diese Gemeinschaft sich unseren Vorstellungen und Wünschen von Heterogenität entspricht? Dabei versucht die Cobra mit Hilfe „neuer Rituale“, „Transkulturalität“ und Diversität, sowie unabgeschlossener „Produkte“ neue Anlässe zu erfinden, bei denen sich ein Publikum auf differente Weise begegnen kann. cobratheater.cobra braucht die Zuschauer*innen.

An welchen Orten ereignet sich Gesellschaft? Wo wird sie gemacht? Ohne Zweifel ist die Schule ein Ort, an dem sich die unterschiedlichsten Menschen versammeln. Mit einem verordneten Ziel: sich zu bilden und bilden zu lassen. Der aus Prinzip unübersichtliche Künstler*innenverbund cobratheater.cobra geht auf die Suche nach der Vergesellschaftung, an genau diesem Ort, wo alle schon irgendwann mal waren.

Fünf Wochen lang will cobratheater.cobra in einer Schule verbringen, um dort zu beobachten, auszuprobieren, sich involvieren zu lassen. So der Masterplan. Wie kann die Utopie eines radikalen Pluralismus hier befördert werden? Was passiert, wenn eine dritte Gruppe auf Lehrer*innen und Schüler*innen trifft? Kann eine Schule ein offenes Haus werden? Wie gehen wir miteinander um? Mit künstlerischen Mitteln wollen wir anderes Wissen erarbeiten und uns die Zeit dafür schenken. In Schulen treffen ständig Individuen aufeinander, ständig verhandeln sie ihr Beisammensein. Dem soll ein Forum gegeben werden. Verschiedene Formen von Tätigkeiten, die danach streben, eine ständig neu entstehende Gesellschaft zu beobachten und zu bearbeiten. In der Gesellschaft, in der Schule möchte cobratheater.cobra für diese Prozesse Sorge tragen. Weder als Lehrer*innen, Sozialarbeiter*innen oder Schüler*innen – als Schulfreund*innen.

In ihrer Recherche möchten sie sich als Hospitant*innen einklinken in das System, Teil davon werden. Das Ziel: Eine Gesamtschule im Ruhrgebiet, die Lust auf angewandte Unterstützung und Bereicherung im Sinne des kreativen Sozialraums hat. cobratheater.cobra begreifen die Schule als alltägliches Theater und Verhandlungsplatz von Heterogenität. Wie kann die Schule zum Modell für eine sich selbst moderierende heterogene Gesellschaft werden? Welche Formen von Miteinander, Abgrenzung und Verhandlung existieren hier oder wollen erprobt werden? Ganz am Ende soll ein Fest stehen.

www.cobratheatercobra.com

 

Cómeme Records und weitere Partner

Recherche

Comeme Strandfoto

Das Label Cómeme Records wurde 2009 als unabhängige Plattform von einer Gruppe von Musiker*innen und DJs aus Argentinien, Mexiko, Chile und anderen Ländern gegründet, die zu dieser Zeit Tanzmusik jenseits der Clubstandards produzierten, umformatierten und untereinander teilten – zu Hause, auf Parties, im Alltag und auf der Straße. Die kollektive internationale Arbeitsweise bedient sich der Möglichkeiten des Internets, sodass manche Tracks z.B. in Mexiko aufgenommen, um weitere Gesangsspuren in Argentinien ergänzt, in Chile abgemischt und in Deutschland final arrangiert und gemastert werden.

Zeitgenössische kulturelle Praktiken wie Popmusik und Mode bieten als Ausdrucksform zwischen künstlerischem Anspruch und einem globalen Markt generell ein ideales Exprimentierfeld für die Fusion verschiedener, kulturell geprägter Stilistiken. Durch die Digitalisierung und die damit einhergehende Entstehung global vernetzter Subkulturen hat diese Tendenz in den letzten Jahren extrem zugenommen. Das chilenisch-argentinisch-deutsche Label Cómeme nutzt den offenen Zugang zu digitalen Plattformen, Archiven und sozialen Netzwerken, um sich – abseits der üblichen Verwertungsstrukturen, vorgegebenen Ästhetiken und Deutungshoheiten der europäischen Musikindustrie – transnational zu organisieren und die post-migrantischen Ästhetiken der herausgegebenen Musik, in denen afrikanische Rhythmen, südamerikanische Melodien und europäische Electro-Beats zu einem neuen Ganzen miteinander verschmelzen, über Ländergrenzen hinweg für eine globale Öffentlichkeit erfahrbar zu machen.

In ihrer Recherche für Interkultur Ruhr interessieren sich die Betreiber von Cómeme, Avril Ceballos und Matías Aguayo, für die gesellschaftlichen Veränderungen und Verschiebungen, auf die solche Spielarten des „Mestizaje“ (der Fusion unterschiedlicher Elemente) reagieren. In verschiedenen Formaten, von Workshops und Gesprächen bis zu Live-Konzerten und Club-Abenden in Zusammenarbeit mit diversen Communities im Ruhrgebiet, untersuchen sie, welche gesellschaftlichen und technologischen Bedingungen diese aktuellen Praktiken und Subkulturen aus unterschiedlichen globalen Kontexten voraussetzen, welche Möglichkeiten einer inter- bzw. hyperkulturellen Kommunikation sie eröffnen und welche neuen Formen von Identität sich in ihnen ausdrücken.

www.musicacomeme.com

 

Gigo Propaganda: Ruhrgebiet JETZT

Recherche

Graffiti

Gigo Propaganda (Konzept, Performance, Malerei): Gigo ist 1979 in Mostar (Ex-Yu) geboren. 1991, im Jahr des Zusammenbruchs des kommunistischen Systems, zog er nach Essen. Dort begegnete er anderen gesellschaftlichen und politischen Ideen, und einer ihm bis dahin unbekannten multikulturellen Gesellschaft. Ebenso wie sich zu diesem Zeitpunkt Jugoslawien änderte, unterlag auch das Ruhrgebiet einem extremen Strukturwandel. Beide Veränderungen prägten Gigos Arbeit. Besonders der damit einhergehende Identitätsverlust und die daraus resultierende Neuorientierung. Gigo thematisiert die sich rapide verändernde Bedeutung von Orten und die Entfremdung des Menschen von seiner Umwelt. Wichtiger Bestandteil seines Schaffens ist Kunst im öffentlichen Raum. Gigos Kunst besteht oftmals im Zusammenführen verschiedener Lebensbereiche. Seine Projektideen sind sowohl lokal als auch international bekannt.

Gigo Propaganda portraitiert seit 2012 Orte, Menschen und Meinungen im Ruhrgebiet. Ausgangspunkt ist das „Lesen“ der Stadt – ihrer Gebäude und Mythen, und das Verstehen markanter unterschiedlicher Haltungen derer, die hier leben. Über mehrere Wochen/Monate hat er mit mehreren Partnern Eindrücke aus Gesprächen mit verschiedenen Communities des Ruhrgebiets in Bild und Ton festgehalten. Sie sind Menschen begegnet an den Orten, wo sie Zeit verbringen. Prägnante Aussagen aus diesen Begegnungen wurden durch typografische Interventionen (Wilde Typografie & Graffiti Imitat) in den öffentlichen Raum zurückgespiegelt. Das, was oft isoliert stattfindet, wurde so zum Auslöser eines gesellschaftlichen Diskurses.

In ihrer Vielzahl und Unterschiedlichkeit bilden Gigo Propagandas Portraits eine komplexe Diversität ab. Ein Blick auf unsere unmittelbare Umgebung entsteht, der eine Gesellschaft jenseits der Stereotype erkennen lässt. Die Portraits stellen ein Kaleidoskop möglicher und existierender Identitäten dar und verstehen sich zugleich als Objekte einer gemeinsamen Anschauung, die einen Austausch mit den unbekannten Nachbarn anregen kann.

Die Portraits der Reihe „Ruhrgebiet JETZT“ sind in lokalen Zusammenhängen entstanden und bisher meist nur punktuell an ihren Entstehungsorten sichtbar geworden. Im Rahmen des Programms „Uncommon Ground“ will Gigo Propaganda 2017 die einzelnen Fäden wieder aufgreifen, zusammenführen, mit lokalen Partnern weiterentwickeln und neu inszenieren. Die Portraitserie geht auf eine performative Ausstellungsreise durch die Städte der Region. Auf diese Weise wachsen die verstreuten gesellschaftspolitischen und künstlerischen Dialoge über die Städtegrenzen hinweg zu einem Gesamtportrait des sich verändernden Selbstverständnisses der vielfältigen Gesellschaft im Ruhrgebiet zusammen.

gigopropaganda.com/work/portrait

 

Thomas Lehmen: Brauchse Jobb? - Wir machen Kunst!

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A Piece for You

Thomas Lehmen ist 1963 in Oberhausen geboren. Er ist freiberuflicher Choreograph, Tänzer und Lehrer. Von 1986 bis 1990 studierte er an der School for New Dance Development in Amsterdam. Von 1990 bis 2010 lebte er in Berlin. Hier entwickelte er zahlreiche Soli, Gruppenstücke und Projekte. Seit 2013 tourt er mit dem aktuellen Projekt "A Piece for You" durch die Welt. Zu seinen wiederkehrenden Interessen gehören Kommunikation und das menschliche Wesen, das sich in seiner Umwelt reflektiert und diese mit kreativen Beziehungen gestaltet. Die Herangehensweisen, die oft sprachliche Elemente beinhalten, weisen konzeptionelle Methoden und Darstellungsformen auf. In der tänzerischen Komponente arbeitet er u.a. in technischer Hinsicht mit individuellen Artikulationen, mit Interrelationen der Tänzer und tänzerischen Dialogen. Lehmen unterrichtet an zahlreichen Universitäten weltweit und hielt Gastprofessuren in Berlin, Hamburg, Gießen. Über mehrere Jahre arbeitete er in der Arizona State University und gibt Workshops auf internationaler Ebene. In seiner Lehrtätigkeit arbeitet er unter anderem mit den obigen Themen, wie auch mit choreografischen Systemen, die auf eine individuell künstlerische Gestaltung innerhalb gesellschaftlicher Zusammenhänge abzielen.

Thomas Lehmen recherchiert derzeit in Oberhausen am Thema der „Kunst-Arbeit". Das Projekt startet Mitte Juni und will für die Definition, was-wann-warum-wie-für-wen-wo und in welchem Kontext Kunst ist, mit den Beteiligten in Oberhausen komplett eigene Kriterien erarbeiten. Anstatt vorgefertigte ästhetische Muster zu kopieren, politische Vorgaben zu erfüllen oder Kunst mit Sozialarbeit und Beschäftigungstherapie zu verwechseln, wird Kreativität den eigenen Ideen zur Verfügung gestellt. Das Projekt richtet sich an alle, die eine Idee mitbringen.

Alle die wollen sind in der Tat Künstler. Man muss das allerdings auch wollen, von alleine geht das nicht. Fliegen kann man auch nicht wenn man nicht will. Selbst das aufrechte Gehen zu lernen, bedarf des Willens dazu. Die grundlegenden Entscheidungen, "wo, was, wie, wann" eine künstlerische Idee gesetzt werden muss, können, in den ihnen relevanten Einheiten, prinzipiell von allen Menschen gefällt werden.

Der Prozess, mit einer eigenen Idee zu arbeiten, orientiert sich hierbei entlang eines einfach strukturierten Modells von „Tatsache-Interpretation-Möglichkeit-Relation". Lässt man angeblich objektive, normative Kriterien für die Arbeit von Kunst und für die Qualität von Kunst mal beiseite, und versteht den Menschen und seine Idee, so ergeben sich die relevanten Kriterien aus den einfachen Fragen, Beobachtungen, den klaren Antworten und letztendlich aus den daraus folgenden Handlungen.

Lohnarbeit für Produkte und Dienstleistungen wird es bald nur noch für 20% der Welt-Bevölkerung geben. Das Geld wird umverteilt werden müssen. Mit sinnloser Quatsch-Beschäftigung werden die Leute sich nicht auf Dauer ruhig stellen lassen. Anstelle von sinnfreiem Individual-Fetisch tritt die Utopie der bezahlten Kunst-Arbeit in Kraft.

www.thomaslehmen.de

 

knowbotiq/nina bandi: Amazonian Flesh

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Amazonian Flesh

knowbotiq (Christian Hübler, Yvonne Wilhelm) untersuchen mit ihrer künstlerischen Praxis Formen der Sichtbarkeit, der Opakheit und der Unsichtbarkeit. Sie arbeiten an den Schnittstellen von Kunst, Medien und Gesellschaft. In ihren aktuellen Arbeiten leisten sie epistemischen Ungehorsam mit post-/kolonialen Repräsentationen und Erzählungen von Arbeit, Körpern und industriellen Landschaften. knowbotiq leben und arbeiten in Zürich, Berlin, Lissabon. http://knowbotiq.net

Nina Bandi, MA, studierte Politikwissenschaften (BA) sowie Soziale und Politische Philosophie (MA) an der Universität Genf und an der University of Sussex, UK. Seit Februar 2015 arbeitet sie im SNF-finanzierten Forschungsprojekt ‚What can Art do?‘ an der HSLU. Im Rahmen dieses Projektes forscht sie für ihre Dissertation zur Frage der Repräsentation an der Schnittstelle von Kunst und Politik. Nina Bandi unterrichtet an der Hochschule Luzern im Fachbereich Design & Kunst.

Fabulationen zu Logistik und migratorischen Prozessen

Migratorische Prozesse sind seit Jahrhunderten Teil der Geschichte der Logistik: fortwährende nicht-lineare Bewegungen, Versorgungen, Verteilungen. Logistische Regime steuern und kontrollieren jedoch nicht nur Bewegungen von Menschen und Waren, sie koordinieren vielfältige Formen der Mobilität. Als Teil eines sich verallgemeinernden algorithmischen Zugriffs wird die logistische Perspektive somit zum Angelpunkt in der Hervorbringung von gegenwärtigen Szenarien von Sozialitäten, Arbeit und migratorischen Bewegungen.

Das Projekt Amazonian Flesh untersucht die Verknüpfungen von Migration und Logistik anhand von Logistikzentren in Nordrhein-Westfalen , in denen „Arbeitskräfte“ auf der Suche nach Bedingungen des Überlebens, nach Ausbildung und Perspektiven mit einer logistischen Matrix aus algorithmisch gesteuerten Prozessen und Waren erfasst, verschaltet und gesteuert werden. Es zeichnet nach, wie logistische Unternehmen mithilfe von Diagrammen oder Flüssen, mit Kalkulationen oder Prognosen optimiert und effizient unseren räumlich und zeitlich definierten Alltag, unsere Projektionen und Imaginationen durchdringen. Sie greifen invasiv auf Körperteile, -Funktionen, Bewegungen und Begehren von uns als „Arbeitskräften“ und als „Kund*innen“ zu. Dadurch verändert sich unsere Wahrnehmung eines „arbeitenden Körpers“ zu einem logistischen Körper,  als einer Assemblage von algorithmischen Infrastrukturen, Datenflüssen und organischen Materialitäten.

Im Projekt Amazonian Flesh sollen zusammen mit Arbeiter*innen und Angestellten aus Logistikzentren, mit Expert*innen aus wirtschaftsnaher Forschung, mit Arbeitsrechtler*innen und Migrationsforscher*innen Fragen verhandelt werden wie: Welche Transformationen sozialer-technologischer-ästhetischer Verhältnisse entstehen durch die intensive Verflechtung von Logistik und migratorischen Prozessen? Was kann man Politiken der Filterung, Klassifizierung und Priorisierung entgegensetzen? Welche Formen von sozialer Poiesis, welche veränderten Sensorien, Verbindungen und Allianzen können entwickelt werden? Können Figurationen von Formlosigkeit und Anonymität Handlungsfähigkeiten ermöglichen? Amazonian Flesh ist ein Versuch, Geschichten der logistischen Besiedlung, der Ansteckung und der Widerständigkeit von migratorischen Körpern mittels zeitbasierter, performativer Poetiken und Fabulationen zu erzählen.

Lokaler Kontext: Im Herbst 2017 soll auf dem Gelände des ehemaligen Stahlwerks Westfalenhütte in Dortmund das neue Verteilerzentrum von Amazon eröffnet werden. Dabei sollen neue Arbeitsplätze, vor allem für Langzeitarbeitslose, Geflüchtete und Arbeitnehmer*innen von Zeitarbeitsfirmen (viele mit migrantischem Hintergrund) entstehen.

www.knowbotiq.net

 

 

Christoph Wachter und Mathias Jud: ‘Fassade'. Von Repressionen und Repräsentationen im Stadtraum

Recherche

Christoph Wachter und Mathias Jud: Rumänien 2016

Christoph Wachter und Mathias Jud wurden beide in Zürich geboren und leben heute in Berlin. Seit 2000 realisieren sie gemeinsam Kunstprojekte, bei denen die eigene Betrachtungsweise und Befangenheit in machtpolitisch geprägten Zusammenhängen im Vordergrund steht. In einer Reihe partizipativer Community-Projekte haben sie Wahrnehmungsprozesse und Darstellungsoptionen befragt. Seit 2011 dient das Projekt „Hotel Gelem“ zusammen mit Roma-Communities in ganz Europa als Interface, um Formen der Stigmatisierung und Sprachlosigkeit zu adressieren.

Es sehe in einigen Ecken von Duisburg aus wie in rumänischen Slums und bei manchen Menschen müsse man „die Fähigkeit zu wohnen in Frage stellen“. So wird ein Staatssekretär, der „den Lebensraum der Roma“ besucht habe, in regionalen Zeitungen zitiert. Die Roma-Familien bleiben die Anderen. Sie wurden nicht gefragt, was ihre Vorstellungen eines urbanen oder europäischen Zusammenlebens sind. Sie kommen nicht zu Wort, wenn es darum geht, wie sie sich ein Umfeld vorstellen könnten, wie sie leben möchten und was ihnen fehlt, damit sie fähig wären zu wohnen. Unsere Roma-Freunde hatten uns immer wieder eingeladen, mit ihnen nach Rumänien zu fahren. Dann und wann kehren sie hierher zurück, nicht weil sie Fahrende sind, sondern im Gegenteil: weil sie immer noch auf eine Heimat, eine Bleibe, eine Perspektive hoffen. Wir sind jetzt mitgereist, um mit ihnen die Situationen zu erkunden.
 
Wie müssen wir die prekären Verhältnisse verstehen? Auch in Rumänien leben sie abgedrängt, hinter den Industriezonen jenseits der Dörfer, wo es keine Straßen gibt und keine Straßennamen, nur durchnummerierte, festgetrampelte Pfade, auf denen auch immer wieder Pferdekarren vorbeiziehen. Hier sitzen wir, in der rumänischen Nachmittagssonne. Die Häuser auf kleinen Handtuchgrundstücken sind baufällig, drin gibt es kein fließendes Wasser, außer wenn starker Regen durchs marode Dach drückt. Hier fing alles an. Nach dem Mauerfall und dem Sturz von Ceaușescu folgte eine für die Minderheit verheerende Renationalisierung und Deindustrialisierung des Ostblocks, und damit begann für viele Familien eine Odyssee durch Westeuropa, getrieben von der Erfahrung, dass im Westen wenigstens kein Hunger und weniger direkte Gewalt vorherrscht. Für die Roma-Familien haben sich die Grenzen von Ost und West, von Nationalstaaten und sozialen Schichten jedoch nicht wie für alle anderen Europäer*innen in den letzten zwei Jahrzehnten aufgelöst. Sie machten eine andere Erfahrung. Die Segregation wird für sie zunehmend zur spezifischen Einengung, zur Stigmatisierung und persönlichen Ausgrenzung. Obwohl es hier in der Straße 218 von Pecica gerade mal 10 Euro Tageslohn für Gelegenheitsjobs gibt, und damit kaum eine Möglichkeit der Existenzsicherung besteht, scheint dennoch vage auf, wie sich die Familien ihr Leben einrichten würden. Sie träumen davon, ein gutes, eigenes Häuschen zu haben. Täglich schrubben sie den Boden, alle paar Tage mähen sie den Rasen. Sie bauten ein Bänkchen, hängten Gardinen auf und stellen Blumen in die Fenster. Trotz der Misere wird eine Ordnungsliebe hochgehalten, die fälschlicherweise als spezifisch deutsche Tugend und kulturelles Unterscheidungsmerkmal gilt.

Mit diesen Eindrücken beginnt unser gemeinsames Unterfangen, in den nächsten Monaten auch in Dortmund, Duisburg, Essen und Gelsenkirchen erneut über Klischees, Rassismus und Ausgrenzung nachzudenken. Unser Vorhaben ist, der Frage nachzugehen, wie im urbanen Kontext ein Ansehen, eine Würde und eine Selbstbehauptung auch ein Stück weit den Menschen zukommen kann, die mit ihren eigenen Lebens- und Erfahrungszusammenhängen in den Städten entlang der Ruhr nicht oder nur sehr marginalisiert repräsentiert sind.  

Text: Christoph Wachter und Mathias Jud

www.wachter-jud.net

 

Hartware MedienKunstVerein: Afro-Tech and the Future of Re-Invention

Kooperation

Afro-Tech

Der Hartware MedienKunstVerein (HMKV, gegründet 1996 in Dortmund) ist eine Plattform für die Produktion, Präsentation und Vermittlung von zeitgenössischer beziehungsweise experimenteller (Medien-)Kunst. Übergreifendes Anliegen der Projekte des HMKV ist der Versuch, mit den Mitteln der Kunst ein Verständnis für vielschichtige gesellschaftliche, politische, ökonomische oder ökologische Zusammenhänge herzustellen.

Der Verein Africa Positive wurde 1998 von der Kamerunerin Veye Tatah gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, durch verschiedene interkulturelle Bildungs- und Aufklärungsprojekte und mit Hilfe der gleichnamigen Zeitschrift Vorurteile abzubauen und einen Beitrag zur Integrationsförderung in Deutschland lebender Afrikaner*innen und anderer Neubürger*innen zu leisten.

Ausstellung über Afrofuturismus und technologische Innovationen mit Festival-Woche in Dortmund

Die Ausstellung stellt eine Verbindung zwischen Afrofuturismus und alternativen technologischen Energien und Imaginationen her. Die in den künstlerischen Arbeiten formulierten spekulativen Narrative werden mit realen Erfindungen aus der Makerszene aus verschiedenen Ländern Afrikas in Beziehung gesetzt. So entsteht eine doppelte Verfremdung: Während die künstlerischen Arbeiten dezidiert afrikanische und diasporische Science-Fiction-Narrative entwerfen, erscheinen die realen Erfindungen als Beweise einer bereits begonnenen technologischen Entwicklung. Die Ausstellung präsentiert Afrika als Kontinent der technologischen Innovation.

Eine Ausstellung des HMKV (Hartware MedienKunstVerein) in Kooperation mit Interkultur Ruhr und Africa Positive e.V., gefördert im Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

Die Festivalwoche wird gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, das NRW KULTURsekretariat International und das Kulturbüro Stadt Dortmund

Ausstellungseröffnung: Freitag, 20. Oktober 2017 um 19 Uhr im Dortmunder U

www.hmkv.de

www.africa-positive.de

 

Kitev: Oberhaus

Kooperation

Vision Oberhaus bei Nacht

Kitev (Kultur im Turm e.V.), 2006 von Ateliers Stark und Tank-FX gegründet, ist ein Labor für ausgefallene Interventionen, beheimatet im Wasserturm des Oberhausener Hauptbahnhofs. Der Turm ist Keimzelle und Austragungsort für Aktionen von hoher künstlerischer Qualität, sowie Anlaufstelle für projektbedingte Aufenthalte in der Region. Das Experimentierfeld mit industriellem Charakter lässt immer wieder variable Interpretationsmöglichkeiten zu. Kitev unterstützt innovativ, experimentell und interdisziplinär arbeitende Künstler*innen in ihrer Arbeit und ihrer Weiterentwicklung, fördert virulent den Dialog zwischen verschiedenen Kunstsparten und engagiert sich auch im lokalen sozialen Umfeld.

Es scheint, dass wir in einer Gesellschaft leben, die mehr über ihre Beschränkungen spricht als über ihre Möglichkeiten und dabei immer neue Grenzen erzeugt. Kitev (Kultur im Turm e.V.) lud im September 2016 ein zu einer Zusammenkunft, die sich auf die Möglichkeiten konzentriert. Sowohl im Sinne bereits ergriffener Chancen als auch im Sinne dessen, was noch erobert werden kann. In der Umnutzung von leerstehenden Gebäuden, in Situationen von Zusammenarbeit, Zusammenleben und der Koexistenz von Neuangekommen und „Natives“ liegt ein großes Potenzial. Wir stellen fest: auch die „Eingeborenen“ und „Eingelebten“ müssen sich heute neu erfinden.

Bereits im Juli 2016 sind einige Akteure von kitev in das Oberhaus, ein Hochhaus, einen Sozialbau mitten im Zentrum von Oberhausen, eingezogen. Sie bilden eine Keimzelle der Aktivität und Selbstverantwortung in einer Wohnstruktur, die bisher eher als Ort der Versorgung denn der lustvollen Gestaltung fungiert. Aktuelle und zukünftige Anwohner*innen initiieren eine Klimaveränderung und praktizieren Utopie an einem Ort problembeladener Selbstbeschreibungen und zugeschriebener Sinnlosigkeit. Wie kann es gelingen, nicht ÜBER andere zu sprechen, nicht FÜR sie, sondern MIT! ihnen gemeinsam zu handeln? Die Intervention wird das Leben im Hochhaus verändern. Der Begriff der „Ko-Kreativität“ steht dabei für ein Miteinander, das keine Vereinheitlichung anstrebt, sondern von den Unterschieden der Beteiligten profitiert.

MIT!  ist der Titel einer dreitägigen Versammlung (7.-9. September 2016), die sich rund um das Projekt ereignete. Interkultur Ruhr war finanzieller, konzeptueller und struktureller Koproduktionspartner für die Veranstaltung, bei der sich zwei internationale Netzwerke und Themenfelder verschränkten: „New ideas for old buildings“ fragt nach aktuellen Konzepten von Leerstands(um)nutzung in mittelgroßen Städten, und mit „Refugees for co-creative cities“ werden neue Modelle von Kollaboration und praktische Möglichkeitsräume erschlossen. Initiativen aus Helsinki, Ljubljana und anderen europäischen Städten kamen, um nach Strategien zur Teilhabe von Geflüchteten zu suchen, ihre Erfahrungen zu teilen und anderen zugänglich zu machen. MIT! – das heißt gemeinsam arbeiten und feiern in einer ko-kreativen Gesellschaft.

www.kitev.de

 

Global Young Faculty mit Kerem Halbrecht, Anna Hentschel, Sebastian Quack: Insel des guten Lebens – Wohlbefinden und Migration in Bochum-Querenburg

Kooperation

Hustadt Bochum

Kerem Halbrecht ist Architekt und cultural placemaker. Er ist Gründer von 72 Hour Urban Action, dem weltweit ersten Echtzeit-Architekturwettbewerb. Im Rahmen von 72HUA entstanden mehr als 40 urbane Interventionen mit Designer*innen und Stadtbewohner*innen in Europa und im mittleren Osten. Kerem ist Mitbegründer von The Spaceship (HaHalalit), ein unabhängiger kollaborativer Arbeits-/Lebensraum für kulturelle Aktivitäten, ein Zentrum für freien Ausdruck in Tel Aviv seit 2007.

Anna Hentschel arbeitet in den Feldern ortsspezifische Kunst, urbane Szenografie und Performance. Seit 2011 untersucht sie als Mitglied der Künstlergruppe Invisible Playground in verschiedenen Formaten und Workshops Spiel in der urbanen Öffentlichkeit. Daneben leitet sie ka:oz mode, ein Label für concept fashion.

Sebastian Quack ist Künstler, Spiele-Entwickler und Kurator an der Schnittstelle von Spiel, Partizipation und urbaner Gesellschaft. Sebastian ist Mitbegründer der Künstlergruppe Invisible Playground und kuratiert Playpublik, ein internationales Festival für Spielräume der Öffentlichkeit. Aktuelle Initiativen sind Playful Commons und Drift Club. Sebastians Arbeit ist prozessorientiert und kollaborativ. Er unterrichtet regelmäßig, hält Vorträge und berät Organisationen, wie sie spielerisch mit der Umwelt in Kontakt treten können.

Was passiert, wenn wir Migration und Zuflucht nicht als Ausnahme, sondern als zentralen Bestandteil einer Suche nach dem guten Leben im 21. Jahrhundert betrachten? Was, wenn wir die kreativen Wege, die Menschen auf dieser Suche entdecken, als Wissen anerkennen, das für alle relevant sein könnte?

Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe “Wohlbefinden und Migration” der Global Young Faculty untersucht seit 2015 aus verschiedenen Perspektiven und mit unterschiedlichen Ansätzen, wie sich Migrationserfahrungen auf das persönliche Wohlbefinden auswirken. Die jungen Forscher*innen möchten dabei Wissensbestände mit dem realen Leben verknüpfen und eine Kommunikation quer durch die Gesellschaft anregen.

Für die Insel des guten Lebens arbeitete das Team mit dem Architekten Kerem Halbrecht, der Szenografin Anna Hentschel und dem Spiele-Entwickler Sebastian Quack, sowie mit Akteuren und Initiativen in Bochum-Querenburg zusammen, um vor Ort eine temporäre Plattform für Auseinandersetzung und Dialog zu entwickeln.

Die von Verkehr und Wald umschlossene, utopische Stadtlandschaft mit der zu Beginn der 1960er erbauten Hustadt-Siedlung und dem 1973 hinzugekommenen Einkaufs- und Wohnzentrum Uni-Center ist über die Jahre für Menschen mit den verschiedensten Hintergründen zum Zuhause geworden. Der Stadtteil passt sich den wechselnden Konstellationen laufend an – der perfekte Ort für eine innovative Kooperation zwischen Stadtgesellschaft, Kunst, Architektur und Wissenschaft.

Bewohner*innen und Gäste erwartete vom 20. bis 23. April 2017 ein spielerisches Ausstellungs- und Symposiumsformat, das verteilt in Querenburg stattfiand und die Insel des guten Lebens mit Nachdenklichkeit und Entdeckungsfreude erlebbar machte.

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Die Global Young Faculty, ein gemeinsames Programm des Mercator Research Center Ruhr, der Stiftung Mercator und der Universitätsallianz Ruhr, ist ein interdisziplinäres Netzwerk exzellenter Nachwuchswissenschaftler*innen des Ruhrgebiets. Die AG "Wohlbefinden und Migration" nähert sich ihrer Thematik aus einer interdisziplinären Perspektive und mit kreativen Projekten an. Sie arbeitet an medizinischen, raumplanerischen und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen und Studien, die das Thema weiter konkretisieren.

www.global-young-faculty.de

„Insel des guten Lebens“ ist eine Zusammenarbeit der Global Young Faculty mit den Künstler*innen Sebastian Quack, Kerem Halbrecht, Anna Hentschel und HUkultur. Das Projekt wird gefördert vom Mercator Research Center Ruhr und koproduziert durch Urbane Künste Ruhr und Interkultur Ruhr.

www.mercur-research.de

www.urbanekuensteruhr.de

www.huisthu.de